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Hallo zusammen, dieser Blog-Beitrag wurde von mir - AML Tony – einem Mitglied des Entertainment-Teams für euch verfasst.

Ich habe mich zu meinem ersten Selbstexperiment hinreißen lassen und wollte wissen, ob Animes doch mehr sind, als einfach nur Zeichentrickfilme aus Japan. Wenn ich an meine Kindheit denke, schießen mir sofort Titel wie Pokémon oder die Kickers durch den Kopf. Das war auch einer der Gründe, wieso ich zu den absoluten Gegnern dieses Genre zähle. Jeder entwächst irgendwann den Kinderschuhen und so lege auch Ich, gerade im Bereich der Unterhaltung, andere Maßstäbe und Erwartungen an einen Film oder eine Serie, als es früher der Fall war.

Phase 1 - ZündungBearbeiten

Alles begann Anfang dieses Jahres, als bei einer Besprechung unseres Entertainment-News-Teams die Frage aufkam, ob jemand Interesse an einem neuen Anime hat. In gewohnter Art und Weise, verneinte ich (wie immer) diese Frage. Nachdem der Inhalt kurz erläutert wurde, erfuhr ich, dass es sich um einen Film handelt, der als Vorgeschichte für einen wohl sehr bekannten Anime produziert wurde und es sich um Jungs handelt, die in einem Schwimmteam aktiv sind. Nach einer kurzen Diskussion kamen wir zu der Entscheidung, dass es vielleicht ganz spannend wäre, wenn auch ich meinen Horizont erweitern würde und mich doch dieser Challenge stellen würde. Gesagt, getan und bereits wenige Tage später, kam mein erster Anime ins Haus geflattert.

Phase 2 - KontaktBearbeiten

Da ich schon einige Filme gesehen habe, die ich nicht mochte, waren meine Erwartungen nicht sonderlich hoch. Gerade Ich, der sich maximal das Finalspiel der Fußballweltmeisterschaft, als einziges sportliches Event im Fernsehen anschaut, soll sich nun einen Film anschauen, indem sich alles um Sport dreht, suuuuper Idee...
Natürlich würde ich den Film bis zum Ende ansehen, aber bereits nach dem Einlegen der Blu-Ray kam der erste Schockmoment: Der Film soll ernsthaft 1 Stunde und 52 Minuten laufen?
Es half alles nichts. Mit einer großen Tüte Chips bewaffnet, machte ich es mir auf der Couch gemütlich und startete mein Experiment.

Phase 3 - AufprallBearbeiten

Die Fans der Animeserie Free! hatten jahrelang auf diesen Film gewartet und ich habe keinen blassen Schimmer, was ich da gucke. Julia gab mir den Tipp, dass es auch ein großes Wiki zu der Reihe gäbe und so verschaffte ich mir einen kleinen Überblick, bevor ich mit dem Film begann.

High Speed! - Free! Starting Days - Trailer 02 (OmU)

High Speed! - Free! Starting Days - Trailer 02 (OmU)

Er beschreibt den Weg von den zwei Jungen Haru und Makoto, die in die 7. Klasse wechseln und augenscheinlich vorher in einem Schwimmteam gemeinsam mit einigen weiteren Personen große Erfolge feiern konnten. (Anmerkung: Es war sehr lustig anzusehen, dass alle Mädchen augenscheinlich den gleichen Schneider wie Sailor Moon haben) Nach dem Wechsel auf die neue Schule ist die Situation sehr angespannt und bei einem Besuch des schulischen Schwimmteams stellen alle Beteiligten schnell fest, dass sie in den Einzeldisziplinen sehr gute Leistungen abliefern, als Team für eine Staffel aber überhaupt nicht funktionieren. Für Makoto bricht eine Welt zusammen, weil nichts mehr so ist, wie er es kannte und auch für Haru beginnt eine Identitätskrise. Bei einem Probewettkampf gegen eine benachbarte Schule, verliert das frisch aufgestellte Team auf ganzer Linie. Als alle Beteiligten anfangen, sich für einander zu öffnen beginnt die Zeit des Wandels und sie erkennen, dass sie nur als eine starke Einheit eine Chance haben, den Staffelwettkampf für sich zu entscheiden. Doch dann kommt ihr Schwimmtrainer nicht zum Training, weil er im Krankenhaus liegt...

Phase 4 - ExplosionBearbeiten

Wow, das waren jetzt also fast 2 Stunden und ich habe mich tatsächlich unterhalten gefühlt. Ich konnte es nicht fassen und musste meine ersten Eindrücke unbedingt loswerden. Julia erläuterte mir, dass es sich in meinem Fall, um eine „Slice-of-Life“-Serie handelt. Es sind also Geschichten, die mitten aus dem Leben gegriffen sind, weshalb die Handlungen logisch nachvollziehbar sind und man mit den Charakteren mitfiebern kann. Als ich mich mit TRon darüber unterhalten habe, wurde mir erst einmal bewusst, wie kleinkariert meine Denkweise eigentlich war.

Phase 5 - ErgebnisBearbeiten

Für mich waren Animes bisher einfach nur Zeichentrickserien aus Japan, in denen es viel Action gab, die Menschen große Kulleraugen und Elfenohren hatten und viele Geschichten einfach nicht auf die natürliche Welt projizierbar waren. „Anime“ war ein Genre für mich, genau wie „Action“, „Horror“, „Science Fiction“ oder „Komödie“. Mir war es weder bewusst, noch hätte ich es mir vorstellen können, dass Animes eine ganz eigene Form der Filmindustrie darstellen und eigene Genres bedienen. Insgesamt sind es über 20 eigene Welten, in die der Zuschauer eintauchen kann und die sich durchaus auch vermischen können.

High☆Speed!: Free! Starting Days ist ein Anime, der dem Genre Sport und Slice-of-Life zugeordnet werden kann. Gleichzeitig sind auch dramatische und komödiantische Elemente beinhaltet. Oftmals beziehen sich Animes auf erfolgreiche Mangas oder Light Novels (Romane). Auch in meinem Fall gibt es einen Roman, der allerdings erst nach der Serie veröffentlicht wurde.

HaruMako
Ich war sehr überrascht von der Tiefgründigkeit, die der Film an den Tag legte. Jeder hatte schon mit Identitätskrisen zu kämpfen und so wurden Zweifel aufgezeigt, hinter sich gelassen und einfach weiter gemacht. Getreu dem Motto: „Aufstehen, Krone richten, weitermachen“. Mir war die Bandbreite von Animes gar nicht bewusst. Während es in der japanischen Gesellschaft ganz normal ist, dass alle Altersbänder Animes sehen und lieben, wird man gerade bei uns oft dafür belächelt „Zeichentrickfilme“ anzusehen. Dabei gibt es so viel mehr. Es gibt sehr gute Serien und Charaktere die vor Tiefgründigkeit und Lebensweisheiten strotzen. So wirkt Sword Art Online auf den ersten Blick vielleicht wie ein Fantasy-Märchen, aber beiläufig werden psychische Probleme und Traumata der verschiedenen Protagonisten aufgezeigt.

Ich denke, dass das besondere an Animes auch der Fakt ist, dass es theoretisch keine technischen und moralischen Grenzen gibt. Alles ist möglich und der Autor kann genau das umsetzen, was er sich bei der Erstellung seiner Geschichte überlegt hat. Hinzu kommt ein Soundtrack der sich durchaus sehen lassen kann. Ich fand es zwar ein bisschen schade, dass der Titel, im Gegensatz zu vielen anderen Soundtracks, nicht „eingedeutscht“ wurde, aber auch die instrumentalen Abschnitte während des Filmes unterstrichen die jeweiligen Situationen, wie in einem Blockbuster.

Ich bin wirklich begeistert und muss zugeben, dass ich mir solch eine Euphorie von mir selbst nicht vorstellen konnte. Ich werde sicherlich nicht zum absoluten Anime-Kenner – „Otaku“ würden die Fachleute unter euch wohl dazu sagen – aber es hat zumindest dazu geführt, dass ich Freunde von Animes nicht mehr belächeln, sondern sie ernst nehmen werde.

Wie sind denn eure bisherigen Erfahrungen mit Animes? Gehört ihr zur Gruppe der Süchtigen oder vertretet ihr auch eher den Standpunkt, den ich vor meinem Experiment hatte? Ich freue mich auf eure Kommentare!