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Smartphones haben ihren festen Platz in unserer heutigen Zeit gefunden und so ist es wohl nur eine Frage der Zeit gewesen, bis auch die Branche für Thriller und Horrorfilme dieses Medium für sich entdeckt hat.

Bedeviled DVD-Cover
„Bedeviled - Das Böse geht online“, greift dieses Thema auf eine sehr interessante Art auf und schickt den Boogyman mit Hilfe einer App auf die Handys seiner Opfer. Im Gegensatz zu vielen anderen Horrorfilmen, starten wir nicht an einem sonnigen Tag mit einer Gruppe ausgelassener Jugendlicher, die nach und nach das Zeitliche segnen, sondern mit einem tragischen Tod, der anfangs gar nicht genau beleuchtet wird.

Inhalt:
Nach einer Beerdigung treffen sich die Freunde der verstorbenen Nikki und versuchen gemeinsam ihre Trauer zu bewältigen. Besonders die beste Freundin Alice hat arg zu kämpfen und wundert sich, als Sie plötzlich eine App-Einladung von Nikki erhält. Nach kurzer Rücksprache mit Cody, dem Technik-Nerd der Clique, erfährt sie, dass alle aus der Gruppe diese Einladung erhalten haben und es sich um eine Art künstliche Intelligenz handeln muss, die ähnlich, wie Apples Siri oder Amazons Echo, Sprachbefehle umsetzt: Mr. Bedevil.

Mr. Bedevil, dessen Markenzeichen eine rote Fliege ist, kann aber nicht nur vernetzte Geräte bedienen. Nachdem er das Vertrauen seines Nutzer gewonnen hat, widmet er sich seiner eigentlichen Passion - die Ängste der Menschen erkennen und sie gnadenlos gegen sie einsetzen. Die angeblich hilfreiche App trachtet nach dem Leben eines jeden einzelnen und in guter Final-Destination-Manier, fallen fleischgewordene Angst-Inkarnationen über die Teenager her. Während sich die Hauptperson immer wieder vor ihrer toten Großmutter retten muss, werden die anderen von Clowns, Polizisten oder einem hässlichen Teddybär gejagt.

Bedeviled Das Böse geht online

Bedeviled Das Böse geht online

Glücklicherweise verfügt die Clique über einen Technik-Nerd, der so gar nicht dem Klischee entspricht. Neben seiner Affinität zu Computern, hat er einen Hang zu klassischer Musik, und fürchtet sich als Schwarzer vor Polizisten und weißen Menschen. Auch die anderen Rollen sind in Sachen Vielfältigkeit bis aufs letzte ausgereizt. Neben der attraktiven, blonden Hauptdarstellerin, gibt es noch ihren Freund, einen Asiaten und ein Mauerblümchen.

Die Spur führt zum alten Physiklehrer des Opfers und so machen sich Alice und der technikversierte Cody auf den Weg, um etwas Licht in diese Situation zu bringen. Glücklicherweise hat dieser entdeckt, dass Mr. Bedevil keinen Zugriff auf alte Geräte wie Tonbänder hat und so kann er den Jugendlichen, trotz eines Sackes über dem Kopf, etwas weiterhelfen.

Das Ende möchte natürlich nicht verraten, aber bei mir machte sich ein großes Fragezeichen über dem Kopf breit.

Der Film weist einige Logiklücken auf, aber die Umsetzung hat mir persönlich trotzdem gut gefallen. Die schauspielerische Leistung der Darsteller war gut, stach aber nicht durch Besonderheiten hervor. Durch viele düstere Aufnahmen und den geringen Einsatz von Kunstblut, wird der Film auch nicht zum Gemetzel, sondern geht eher in Richtung eines Psychothrillers. Die Schreckmomente sind leider sehr vorhersehbar, da durch die musikalische Untermalung Spannungsbögen aufgebaut werden, die dem Zuschauer bereits Minuten vorher erahnen lassen, dass gleich wieder etwas passieren muss.

Die DVD und BluRay wird am 24. März 2017 über Ascot Elite Home Entertainment veröffentlicht und ich kann Liebhabern von Thrillern Bedeviled durchaus sehr empfehlen. Auch wenn ich den Film nur mit Leuten erneut schauen würde, die ihn noch nicht kennen, würde ich mich über eine Fortsetzung von Mr. Bedevils Geschichte freuen. Die Idee gefiel mir sehr gut und auch die Story wurde ansprechend umgesetzt. Da der Film nur anderthalb Stunden Spielzeit hat, wirkte er auch nicht in die Länge gezogen. Das Bonusmaterial der DVD bietet neben einigen Trailern, ein knapp 20-minütiges Making-Of-Video, das weder synchronisiert, noch untertitelt ist. Muss es aber auch nicht, da es vorwiegend um die Drehs der Angstmomente geht, die sich auf das Wimmern, Schreien und Weglaufen der Darsteller reduzieren.

Fazit:
Auf meiner persönlichen Alptraum-Skala würde ich dem Film 1 von 10 schlaflosen Nächten geben, in der Gesamtbewertung erhält er aber solide 5 Filmklappen. „Bedeviled - Das Böse geht online“ hat mich unterhalten, war nicht langweilig und griff eine Idee auf, die ich in dieser Form noch nicht gesehen habe. Für einen ultimativen Horrorabend ist dieser Streifen aufgrund der starken Konkurrenz nicht geeignet, dennoch würde er zumindest das weibliche Publikum animieren, ein Stück näher an ihren Sitznachbarn heranzurücken.