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Hallo zusammen, dieser Blog-Beitrag wurde von mir - AML Tony - einem Mitglied des Entertainment-Teams für euch verfasst.

Levina - Perfect Life (Germany) Eurovision 2017 - Official Music Video

Levina - Perfect Life (Germany) Eurovision 2017 - Official Music Video

In wenigen Tagen hat das Warten ein Ende und der 62. Eurovision Song Contest startet in der ukrainischen Hauptstadt Kiew in eine neue Runde. Zum 68. Mal wetteifern 42 Länder in diesem internationalen Gesangswettbewerb, um den besten Songschreiber/Komponisten im europäischen Raum zu küren. Natürlich bauen wir alle auf unsere wortwörtlich große Hoffnung Levina, die mit ihren 1,81 m und dem Song „Perfect Life“ hoffentlich viele Punkte für Deutschland holen wird. Zwei Mal konnten wir die Siegertrophäe bereits nach Hause holen und so ist Daumendrücken angesagt.
ESC-Logo 2017

Logo ESC 2017 - Vielfalt feiern...

Leider wird beim Anblick der internationalen Mitstreiter schnell klar, dass es sehr haarig für Deutschland werden könnte. Zumindest sollte uns mit unserem Song 2017 jedoch die Schmach des allerletzten Platzes vom vergangenen Jahr erspart bleiben. Die Favoriten in diesem Jahr stammen in altbewährter Tradition aus den Ländern der üblichen Verdächtigen: Belgien und Schweden könnten sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern, um am Ende doch von Italien überholt zu werden. Doch die Erfahrungen 2014 und 2016 haben uns gelehrt, dass Favoriten nicht immer auf dem Siegertreppchen Platz nehmen und so dürfen wir gespannt sein, wie der bunte Abend gepflegter Fernsehunterhaltung ausgehen wird. Wir dürfen wirklich gespannt sein, denn selten gab es bei der Vorbereitung zu einem ESC so ein großes Durcheinander, wie in diesem Jahr. Erst ließ der ausführende Fernsehsender NTU die Daten für die Finalshows um eine Woche nach vorn verlegen und dann legten alle Mitglieder des Produktionsteams ihr Amt nieder.
Moderatoren ESC 2017

Die Moderatoren des diesjährigen ESC.

Hinzu kamen zwei weitere Überraschungen. Bei der Bekanntgabe der Gastgeber, stellten die ausführenden Produzenten drei Männer vor. So etwas gab es noch nie in der gesamten ESC-Geschichte! Vor einem knappen Monat gab Russland seinen Rückzug von der diesjährigen Ausgabe bekannt, da ein Einreiseverbot für ihre Kandidatin Julija Samoilowas vorliegt. Es bleibt also spannend.

Immerhin konnten einige Künstler nach ihrer Teilnahme am Eurovision Song Contest internationale Erfolge feiern und weltbekannt werden. Unter anderem das schwedische Erfolgsquartett ABBA. Auch Céline Dion, die 1988 mit dem Song „Ne partez pass ans moi“ für die Schweiz gewann, gelang erst nach ihrer Teilnahme beim 33. ESC der Durchbruch im europäischen Raum. Sie war auch die letzte Person, die mit einem französischen Titel gewann. Die irische Folkloregruppe „Riverdance“ kennt auch nahezu jeder und das obwohl sie 1994 lediglich als Pausenfüller aufgetreten sind. Doch wenn wir nur versuchen uns an alle Teilnehmer des Vorjahres zu erinnern, wird einem ganz schnell wieder bewusst, wie viele gute Sänger ganz schnell wieder von der Bildfläche verschwinden.

Conchita Wurst - Rise Like A Phoenix (Austria) 2014 Eurovision Song Contest

Conchita Wurst - Rise Like A Phoenix (Austria) 2014 Eurovision Song Contest

Was dagegen nicht verschwindet, sind die vielen kitschigen Kostüme und Liedzeilen, die besonders von homosexuellen Zuschauern gefeiert werden. Nachdem 1997 der Isländer Páll Óskar, als erster bekennender schwuler Künstler in die ESC-Geschichte eingegangen ist, wissen wir spätestens seit Conchita Wurst, dass Vielfalt, Offenheit und Toleranz sehr wichtige Grundpfeiler für diesen kunterbunten Wettbewerb sind. Einer der Gründe soll u.a. darin liegen, dass auch die queere Gemeinschaft sein Zugehörigkeitsgefühl zu Europa ausdrücken kann. Besonders wenn man an die Gesetze und Regelungen in einigen europäischen Ländern denkt, weiß man, wie kompliziert sich das Leben dort für Homosexuelle gestaltet. Ein weiterer Grund einmal im Jahr Stellung zu beziehen und Flagge zu zeigen.

Apropos Flagge zeigen: Die Regeln werden fast jedes Jahr ein Stück weiter angeglichen, aber wusstest du, dass bis 1998 die Regel bestand, dass jeder Interpret in seiner Landessprache singen musste? Mit einer kleinen Ausnahme von 1973-1976, durften die Sänger erst ab 1999 selbst entscheiden, in welcher Sprache sie singen möchten. Sonst hätte man Stefan Raab mit seinem „Wadde hadde dudde da?“ wohl 2000 nicht auf die Bühne, oder gar auf seinen errungenen 5. Platz gelassen.

Die RegelnBearbeiten

  • Die Interpreten müssen mindestens 16 Jahre alt sein.
  • Jeder Interpret darf in einem Jahr nur für ein Land antreten.
  • Es dürfen höchstens sechs Personen auf der Bühne mitwirken.
  • Das Lied muss live gesungen werden.
  • Lied oder Auftritt dürfen keine politische Botschaft enthalten oder dem Image des Liederwettbewerbs schaden.
  • Beim Auftritt dürfen keine Tiere mitwirken.
  • Die Lieder dürfen frühestens am 1. September des Vorjahres veröffentlicht werden.
  • Es muss sich um einen Originalsong handeln, darf also keine Coverversion eines älteren Liedes sein.
  • Die Länge des Beitrags darf maximal drei Minuten betragen.

WertungBearbeiten

Im Finale dürfen alle Länder abstimmen, die in den Halbfinalen angetreten sind. Somit sind auch die Länder stimmberechtigt, welche im Halbfinale ausgeschiedenen sind.

Seit 2016 vergibt jedes Land zwei getrennte Punktesätze: eine Jurywertung und ein Zuschauerergebnis aus der Telefonabstimmung. Jeder Punktesatz besteht aus den Punkten 1 bis 8, 10 und 12, die an die besten zehn Lieder vergeben werden. Zuerst werden die Ergebnisse der Jurys verkündet, wobei die Ergebnisse pro Land vorgestellt werden. Der zugeschaltete nationale Fernsehsprecher liest die Nation mit der höchsten Punktzahl vor, die anderen Punkte werden vorher eingeblendet. Die Punkte der Telefonabstimmung aus den Ländern werden addiert und diese Gesamtpunktzahl von den Moderatoren der Sendung aufsteigend verkündet. Seit 2013 können die Fernsehzuschauer auch mit einer App abstimmen.

Sollte es tatsächlich dazu kommen, dass am Ende zwei oder mehr Teilnehmer die gleiche Punkteanzahl haben, gibt es weitere Regeln, die eine eindeutige Platzierung gewährleisten. So wird bei einem Gleichstand zuerst geprüft wer wie oft die Höchstpunktzahl erhalten hat. Sollte das immer noch keine Klärung herbeiführen, wird geschaut, wer wie oft 10 Punkte, 9 Punkte, usw. erhalten hat. Und sollten am Ende tatsächlich alle die gleichen Punkte erhalten haben, entscheidet die Startreihenfolge. Aber glücklicherweise musste es bisher noch nie so weit kommen. Die Trophäe, die der Künstler am Ende erhält, wird übrigens an den Komponisten des Songs weitergereicht. Der ESC ist von der Grundidee ein reiner Komponisten-/Songschreiberwettbewerb und deshalb bleibt dem gewinnenden Künstler, außer der Ehre und dem daraus resultierenden Erfolg, nur ein feuchter Händedruck.

Die Iren sind mit 7 Siegen die absoluten Spitzenreiter, wenn es darum geht, den ESC zu gewinnen. Dicht gefolgt von Schweden mit 6 Siegen und Frankreich, Luxemburg sowie dem Vereinigten Königreich mit jeweils 5 Siegen.

Da Deutschland, neben Frankreich, Italien, Spanien und dem Vereinigten Königreich zu den „Big Five“ gehört, dürfen sie gemeinsam mit dem Gastgeberland automatisch im Finale starten. Alle anderen 36 Länder müssen sich in den beiden Halbfinalshows ihr Ticket zum Finale verdienen.

Germany in Eurovision ALL Songs 2015 - 1956 ALLE deutschen Beiträge Lieder beim ESC

Germany in Eurovision ALL Songs 2015 - 1956 ALLE deutschen Beiträge Lieder beim ESC

Jetzt könnte man sich fragen, ob es denn richtig ist, dass die größten Geldgeber sich automatisch ein Ticket für das Finale erkaufen können. Immerhin ist die „Big Five“-Regelung ein Grund dafür, dass die Türkei sich vom Wettbewerb zurückgezogen hat. Wenn man aber bedenkt, wie viel Millionen notwendig sind, um so eine Veranstaltung umzusetzen, sollte man den Geldgebern vielleicht auch etwas bieten. Das ist auch der Hintergrund für die Entstehung der „Big Five“. 1996 entschied man sich aufgrund der hohen Anmeldezahlen für eine Vorauswahl, bei der Deutschland, fast ausgeschieden wäre. Als Deutschland dann aber damit drohte, die Finanzierung für die damalige und kommende Veranstaltungen einzustellen, überlegte man, wie man dieses Problem lösen könnte und die „Big Five“, die bis 2011 nur zu viert waren, waren geboren.

Und jetzt seid ihr gefragt! Wer ist euer Favorit und welchen Beitrag findet ihr absolut überflüssig? Schreibt es in die Kommentare.